Stimmt es, dass Vitamin A bei Rauchern Krebs auslösen bzw. fördern kann? Wie sieht es mit Vitamin B aus?
Margarete Smith, Deutschland
Mit Beta-Carotin, einer Vitamin A-Vorstufe, als Nahrungsergänzungsmittel beschäftigen sich verschiedene Studien. Es gibt zwei Vitamin A-Formen: zum einen Retinol aus tierischen Lebensmitteln und zum anderen Carotinoide aus pflanzlichen Lebensmitteln. Beta-Carotin ist das bekannteste Carotinoid. Im Körper kann es zu Retinol umgewandelt werden, dabei entsprechen 6 mg Beta-Carotin 1 mg Retinol. Der Vitamin-A-Gesamtgehalt eines Lebensmittels (sowohl tierischen als auch pflanzlichen Ursprungs) wird normalerweise in Retinoläquivalenten angegeben.Die Untersuchungen über die günstigen bzw. ungünstigen Effekte durch die zusätzliche Einnahme von Beta-Carotin sind widersprüchlich und die möglichen Gesundheitsrisiken sind noch nicht ausreichend bekannt. In einigen Studien konnte gezeigt werden, dass Beta-Carotin-Zusätze einen negativen Effekt auf Raucher haben, dabei insbesondere das Lungenkrebs-Risiko erhöhen. Eine andere Studie, die sich mit Beta-Carotin als Prophylaxe gegen rezidive Dickdarm-Polypen beschäftigt, konnte einen signifikanten Nutzen für Personen, die weder rauchen noch trinken nachweisen. Bei Personen, die (nie) getrunken oder geraucht hatten, war das erneute Auftreten von Polypen nicht-signifikant erhöht. Bei Personen jedoch, die regelmäßig tranken und rauchten, war das Auftreten von Polypen signifikant um 207 % erhöht.Bei der aktuellste Auswertung einer breit angelegten Studie mit Rauchern, den entweder Vitamin E oder Beta-Carotin verabreicht wurde, konnte kein Nutzen von einem der beiden Nahrungsergänzungen in Bezug auf das Auftreten von Lungenentzündung nachgewiesen werden. Untersucht wurden dazu mehr als 29.000 Männern in Finnland, die entweder 20 mg Vit. E oder 50 mg Beta-Carotin einnahmen.Gleiches gilt für B-Vitamine: von einigen Personen wird die Meinung vertreten, dass ein Mangel an B-Vitaminen das Immunsystem schwächt und den Körper krebsanfälliger macht. Diese empfehlen hohe Vitamin B-Dosen als Therapie für an Krebs erkrankte Personen. Es gibt allerdings keine aktuellen wissenschaftlichen Belege dafür, dass Vitamin B irgendeinen Einfluss auf das Wachstum und die Ausbreitung von Krebs hat. Es gibt weitere, noch nicht abgeschlossene, wissenschaftliche Studien, die untersuchen, ob ein Zusammenhang zwischen der Einnahme von Vitaminen und dem Risiko der Entwicklung bestimmter Krebsarten besteht.Derzeit ist die Einnahme von Beta-Carotin, Vitamin A oder B als Krebstherapie, insbesondere für Raucher, nicht empfehlenswert. Nichtsdestotrotz zeigen viele Studien übereinstimmend, dass der Verzehr von Obst und Gemüse, die Beta-Carotin enthalten, in Verbindung mit einem geringeren Krebsrisiko und einer besseren Gesundheit steht. Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Ost und Gemüse ist, enthält ausreichend Vit. A, Beta-Carotin und B-Vitamine um die Gesundheit zu schützen und hat gleichzeitig nicht allzu viele negative Nebeneffekte.Und der beste Rat für Raucher, die ihr Lungenkrebs-Risiko senken wollen, ist und bleibt mit dem Rauchen aufhören.
Mehr dazu:
http://healthlink.mcw.edu/article/980793489.html
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