Adipositas im Kindesalter

Last Updated : 27 April 2017

Einleitung

Weltweit leben rund 42 Millionen Kinder unter fünf Jahren mit Übergewicht oder Adipositas.1 Übergewicht oder Adipositas im Kindesalter steht im engen Zusammenhang mit mehreren gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen. Daher ist es wichtig, die Ursachen und Risikofaktoren zu untersuchen und die besten Präventions- und Behandlungsstrategien zu entwickeln. Da Adipositas im Kindesalter eine Erkrankung ist, für die viele Faktoren verantwortlich sind, muss sie auch auf mehreren Ebenen bekämpft werden; dazu zählen das persönliche Umfeld und die Familie sowie öffentliche Einrichtungen und die Gemeinschaft. Diese EUFIC-Studie beschreibt, was unter Adipositas im Kindesalter zu verstehen ist und gibt einen Überblick über die aktuelle Prävalenz und die Trends. Sie hebt auch die potenziellen Ursachen und Risiken hervor, die mit Adipositas im Kindesalter verbunden sind. Da Präventionsstrategien für die Reduzierung der epidemischen Ausbreitung das Wichtigste sind, beschäftigt sich ein Kapitel mit Möglichkeiten zur Vermeidung von Adipositas bei Kindern. Zwar konzentriert sich diese Studie auf Kinder und Jugendliche (5 - 19 Jahre), sie nimmt aber auch Bezug auf Adipositas bei Erwachsenen.

Definition von Adipositas im Kindesalter

Einfach ausgedrückt kann man Adipositas als den Zustand der unnormalen oder übermäßigen Fettansammlung im Fettgewebe des Körpers definieren, was zu gesundheitlichen Risiken und Folgen führt. Übergewicht und Adipositas werden oft mittels des Body-Mass-Index (BMI) festgestellt. Dabei wird das Gewicht (in Kilogramm) durch die Körpergröße (in Metern) im Quadrat (kg/m2) geteilt. In Bezug auf Erwachsene hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen BMI-Wert von über 25 als Übergewicht und einen BMI-Wert von 30 als Adipositas definiert.2 Diese Definition wurde international anerkannt.3

In Bezug auf Kinder variieren die BMI-Werte für Übergewicht und Adipositas je nach Alter und Geschlecht. Das Wachstum von Mädchen und Jungen verläuft unterschiedlich, was sich auf die Körperzusammensetzung und somit auch den Grenzwert, der anzeigt, ab wann ein Mädchen oder Junge mit  Übergewicht/Adipositas lebt, auswirkt. Dies wird bei Jugendlichen noch deutlicher, wenn die Mädchen früher die Pubertät erreichen und die Jungen einen Wachstumsschub erleben. Daher werden BMI-Diagramme (Abb. 1) – statt BMI-Werte – als Referenzstandard für Kinder und Jugendliche verwendet. Aus diesen Diagrammen geht die altersbezogene Populationsverteilung der BMI-Werte nach Geschlecht hervor. Die nationalen und internationalen Referenzstandards weichen voneinander ab, da sie unter Umständen auf unterschiedlichen Populationen und Zeiträumen beruhen. 

Abb. 1: BMI-Diagramm der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Jungen (oben) und Mädchen (unten) im Alter von 5 bis 19 Jahren. Interpretation: Die Zahlen der farbigen Kurven sind Standardabweichungen (SD) vom Mittelwert (0): >1SD bezeichnet Übergewicht (entspricht einem BMI von 25 kg/m2 eines 19-Jährigen), >2SD bezeichnet Adipositas (entspricht einem BMI von 30 kg/m2 eines 19-Jährigen), <-2SD bezeichnet Untergewicht und <-3SD deutliches Untergewicht.4

Prävalenz und Trends

Adipositas im Kindesalter ist ein bedeutendes globales Volksgesundheitsproblem. In der WHO Region Europa schwankte die nationale Prävalenz von Übergewicht (einschließlich Adipositas) zwischen 2009 und 2010 bei Kindern im Alter von 6 bis 9 Jahren zwischen 18 % und 57 % bei Jungen und zwischen 18 % und 50 % bei Mädchen (Abb. 2); 6 % bis 31 % der Jungen und 5 % bis 12 % der Mädchen lebten mit Adipositas.5

Abb. 2: Geografische Verteilung der Prävalenz von Übergewicht (einschließlich Adipositas) bei Kindern im Alter von 6 bis 9 Jahren (beide Geschlechter) laut Childhood Obesity Surveillance Initiative Round 2 (2009/2010) auf Basis der WHO-Definitionen.5

Die Prävalenz von Adipositas bei Kindern ist im Süden Europas höher, wobei die höchsten BMI-Werte in Griechenland, Italien und Spanien gemessen wurden.5 Außerdem nimmt die Prävalenz in Industrieländern mit zunehmendem Alter und geringerem sozioökonomischem Status zu.6

Zwar nimmt Fettleibigkeit (bei Kindern und Erwachsenen) weltweit immer noch zu, es wurde jedoch festgestellt, dass sich die Prävalenz von Adipositas bei Kindern in westlichen Ländern stabilisiert hat.7,8,9 Seit etwa dem Jahr 2000 wurde festgestellt, dass der Anstieg der Adipositasrate bei Kindern gestoppt wurde und die Rate in einigen Regionen sogar rückläufig ist, vor allem bei Mädchen und Kindern im Vorschulalter.7

Die Beobachtung der Prävalenz von Adipositas bei Kindern ist wichtig, um die Effektivität und Erfolgsquote von Maßnahmeplänen und Präventionsprogrammen einschätzen zu können. Eine mögliche Erklärung für den Stillstand der Adipositasraten bei Kindern ist der positive Effekt dieser Aktions- und Präventionsprogramme. Außerdem könnte es in der Biologie begründet sein, denn nur ein gewisser Prozentsatz der Bevölkerung neigt zur Fettleibigkeit, und dieser Prozentsatz könnte erreicht worden sein.7,9 Trotz dieser Nivellierung sind jedoch die Zahlen hoch, und das Problem Adipositas bei Kindern ist alles andere als gelöst. Darüber hinaus wird noch immer eine Zunahme in der Kategorie der extremen Fettleibigkeit beobachtet, und die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas nimmt in Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen weiter zu.7,10

Ursachen und Risikofaktoren

Adipositas ist eine multifaktorielle Erkrankung, die mit einem unausgeglichenen Energiehaushalt verbunden ist. Um das Gewicht stabil zu halten, müssen die Energieaufnahme und der Energieverbrauch im Gleichgewicht sein. Jegliche überschüssige Energieaufnahme wird als Fett abgelagert, das im Laufe der Zeit zu Übergewicht oder Adipositas führen kann.11 In dem Video der EUFIC mit dem Titel Energy Balance wird das Konzept des unausgewogenen Energiehaushalts und und dessen Komplexität verständlich erklärt.

Es gibt nicht nur eine einzige Ursache für Adipositas bei Kindern, und der unausgewogene Energiehaushalt entsteht aufgrund einer komplexen Interaktion mehrerer (Risiko)Faktoren wie Lebensweise und Verhalten, Gene, Umwelt und Medikation, die im Weiteren erörtert werden. Die Ernährung, der Gesundheitszustand und die Lebensweise der Mutter sind ebenfalls wichtige Indikatoren für die Gesundheit des ungeborenen Kindes.8,12

Schwangerschaft und Ernährung des Säuglings

Frauen mit übergewicht und Adipositas weisen ein größeres Risiko auf, ein Baby zu bekommen, das für sein Gestationsalter zu groß ist, was in Bezug auf Übergewicht und Fettleibigkeit ein Risikofaktor für die Entwicklung des Kindes ist.13 Die Nachweise sprechen dafür, dass das Risiko, dass das Kind mit Fettleibigkeit leben wird, doppelt so hoch ist wie bei einer schlanken Frau.14 Lebt die Mutter während der Schwangerschaft mit Fettleibigkeit, wird der Fötus einer größeren Menge an Nährstoffen und einem veränderten Hormonspiegel ausgesetzt, die für Wachstum und Körperzusammensetzung des Fötus verantwortlich sind, was sich wiederum potenziell auf die Programmierung des Appetits des Kindes auswirkt.14

Andererseits ist es für das Baby auch von Nachteil, wenn die Mutter während der Schwangerschaft unterernährt ist, da lange und bedeutende Nahrungseinschränkungen zu metabolischen und endokrinen Komplikationen führen.14 Unterernährung kann nicht nur das Wachstum des Fötus, sondern auch seinen Metabolismus beeinträchtigen, was zu einer stärkeren Speicherung von Energie führt, was wiederum das Risiko erhöht, dass das Baby als Kind mit Übergewicht lebt.15

Stillen wird eine geringe Schutzwirkung in Bezug auf Adipositas bei Kindern zugeschrieben, die wissenschaftliche Literatur gibt jedoch keine genauen Aufschlüsse darüber.16,17,18 Gestillte Babys nehmen oftmals weniger Proteine und Energie zu sich als Babys, die Fertignahrung erhalten, was wahrscheinlich das Risiko für einen hohen BMI verringert.19 Es bedarf weiterer Forschung, um dies zu bestätigen.17 Die WHO empfiehlt, ein Baby ausschließlich bis zum 6. Lebensmonat zu stillen und dann ergänzende Nahrungsmittel schrittweise einzuführen.17 Als ergänzende Nahrungsmittel werden Gemüse, Obst und Cerealien empfohlen.19 Eine zu frühe Einführung von ergänzenden Nahrungsmitteln (im Alter von 4 Monaten oder früher) kann das Risiko erhöhen, dass das Baby im Kindesalter mit Fettleibigkeit leben wird.17

Lebensweise und Verhalten

Lebensweise und Verhalten spielen die wichtigste Rolle bei der Entwicklung von Adipositas bei Kindern; dabei sind Faktoren wie Ernährung, Essverhalten, körperliche Betätigung, körperliche Inaktivität und psychosoziale Faktoren von besonderer Bedeutung. 

Ernährung

Eine überschüssige tägliche Energieaufnahme über einen längeren Zeitraum führt zu einer Gewichtszunahme und erhöht das Risiko für Fettleibigkeit.20 Es gibt mehrere Aspekte bei der Ernährung, die zu einer erhöhten Kalorienaufnahme führen können. Beispielsweise wurden große Portionen mit einer erhöhten Energieaufnahme in Verbindung gebracht und werden als ein Risikofaktor in Bezug auf hohes Körpergewicht erachtet.20,21,22

Der Verzehr von gezuckerten Getränken von Kindern, der seit 1970 zugenommen hat, wird mit einer hohen täglichen Energieaufnahme, Fettansammlung und einem erhöhten Adipositas-Risiko in Verbindung gebracht.13,16,20,21,22,23,24 Studien über Maßnahmen bei Kindern und Jugendlichen haben ergeben, dass der Verzehr von gezuckerten Getränken im Vergleich zu weniger kalorienreich gesüßten Getränken zu einer größeren Gewichtszunahme und höheren BMI-Werten führt.25

Andererseits hat der Verzehr von Obst und Gemüse einen kleine, aber schützende Wirkung aufgrund ihrer geringen Energiedichte.21 Allerdings verzehren 14- bis 18-jährige Mädchen und Jungen statt der empfohlenen 5 Portionen pro Tag im Durchschnitt nur 3,4 bzw. 4,2 Portionen.26,27,28

Essverhalten

Bestimmtes Essverhalten wie das Auslassen des Frühstücks, häufige Snacks und Essanfälle (Binge Eating) sind mit einer größeren Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bei Kindern verbunden.21,29,30

Da das Auslassen des Frühstücks mit einem größeren Adipositas-Risiko verbunden wird, empfehlen die Gesundheitsbehörden die Einnahme des täglichen Frühstücks.21 Die Einnahme des Frühstücks wird mit einem größeren Sättigungsgefühl und somit mit einer geringeren Kalorienaufnahme während des Tages in Verbindung gebracht. Jemand, der kein Frühstück zu sich nimmt, wird eher versuchen, diese Kalorien bei späteren Mahlzeiten auszugleichen. Es wird auch angenommen, dass ein Frühstück den Metabolismus des Körpers früher am Tag anregt, so dass Energie über einen längeren Zeitraum statt nur im weiteren Tagesverlauf metabolisiert werden kann. Dies lässt sich allerdings nur beschränkt nachweisen; Beobachtungsstudien haben eine Verbindung zwischen Frühstück und geringerem Körpergewicht aufgezeigt, aber randomisierte kontrollierte Studien ergaben unterschiedliche Ergebnisse. Eine Beschränkung in diesem Forschungsbereich ist, dass ein Frühstück an sich nicht für alle Studien einheitlich definiert wurde.29

Das Phänomen des Binge Eating bei Kindern stimmt nicht mit dem bei Erwachsenen überein und wurde in der Literatur als Kontrollverlust (Loss of control, LOC) beschrieben.31 Die Prävalenz von Kontrollverlust schwankt zwischen 2 % und 10 % der Kinder und lässt sich oftmals auf emotionsbedingtes Essen zurückführen. Kinder von Eltern, die viele Nahrungsbeschränkungen auferlegen, neigen eher zu Kontrollverlusten.31

Körperliche Betätigung und körperliche Inaktivität

Ein ausreichendes Maß an körperlicher Betätigung schützt vor Fettleibigkeit und kann Kindern helfen, Stress vorzubeugen und damit umzugehen.22,32 Mit zunehmendem Alter der Kinder nimmt deren körperliche Betätigung ab.22 Die WHO empfiehlt für 5 bis 17 Jahre alte Kinder mindestens 60 Minuten körperliche Betätigung pro Tag; dies sollte mindestens dreimal wöchentlich ein intensives Muskel- und Knochenaufbautraining beinhalten.33 Allerdings verbringen Kinder immer mehr Zeit im Sitzen, wobei sie sich häufig mit elektronischen Medien beschäftigen..22,24,34 Früher bezog sich dies hauptsächlich auf das Fernsehen. Heute verbringen Kinder Zeit mit Computern, Laptops und anderen elektronischen Geräten, die einen bedeutenden Teil der Zeit in Anspruch nehmen, die die Kinder vor einem Bildschirm sitzen.34

Es wurden unterschiedliche Mechanismen für die Verbindung zwischen körperlicher Inaktivität und Übergewicht in der Literatur beschrieben: 1) körperliche Inaktivität senkt den Grundumsatz im Ruhezustand, was das Risiko einer zu hohen Energieaufnahme erhöht, 2) körperliche Inaktivität in Form von Bildschirmzeit (Screen Time) verdrängt körperliche Betätigung und somit den Energieverbrauch und 3) körperliche Inaktivität führt zu einer höheren Energieaufnahme.34

Bildschirmzeit wird auch damit in Verbindung gebracht, dass die Personen Werbung für Produkte mit einem hohen Anteil an saturierten Fetten, Zucker und Salz ausgesetzt sind.22,35,36,37 Kinder und Jugendliche sind für derartige Werbebotschaften empfänglich, was dazu führen kann, dass sie eine ungesunde Ernährung vorziehen und eher Gefahr laufen, fettleibig zu werden.16,24,35,36

Schlaf

Es wird empfohlen, dass Kinder im Schulalter nachts zwischen 9 und 11 Stunden schlafen sollten, was aber nicht immer der Fall ist.34,38 Es besteht eine inverse Relation zwischen der Schlafdauer und Übergewicht.34,39 Dies könnte mit der direkten metabolischen Auswirkung sowie den indirekten Mechanismen zusammenhängen, da Müdigkeit tagsüber zu einer verstärkten körperlichen Inaktivität und Snacking führen könnte.34 Außerdem erzeugt die Verwendung von Smartphones kognitive, physiologische und emotionale Erregungszustände, die die Schlafqualität durch Mitteilungen, akustische Signale und das Bedürfnis, mit den sozialen Medien in Kontakt zu bleiben, was möglicherweise zu Schlafunterbrechungen führt, verschlechtert.40

Psychologische Faktoren und das soziale Umfeld

Psychologische Faktoren wie Impulsivität, Depression, Selbstwertgefühl und Angst sowie das soziale Umfeld einschließlich der Familie, der sozialen Akzeptanz und des Sozialverhaltens, wurden mit dem Entstehen von Adipositas bei Kindern in Verbindung gebracht.31 Allerdings gibt es bisher nur geringe Beweise für eine kausale Abhängigkeit. Diese Faktoren können sich in verhaltensbezogenen und emotionalen Problemen niederschlagen, die bei vielen Kindern mit Adipositas vorkommen. Gleichzeitig können Übergewicht oder Adipositas psychische und soziale Probleme hervorrufen.31

Der familiäre Kontext und die familiären Strukturen, einschließlich der Verhaltensweisen, der Aktivitäten, des Essverhaltens der Eltern und der Familie, sowie Stress in der Familie entscheiden wesentlich darüber, ob ein Kind fettleibig wird.31 Stress in der Familie kann auf psychische Erkrankungen der Eltern zurückzuführen sein, wird aber auch mit einem geringen sozioökonomischen Status in Verbindung gebracht. Außerdem kommt es vor, dass die Eltern sich nicht immer der psychologischen Probleme ihres Kindes bewusst sind oder diese unterschätzen oder sogar vernachlässigen.31

Es wurden mehrere Mechanismen beschrieben, die psychologische Probleme mit Essverhalten in Verbindung bringen. Einige Kinder essen zu viel, weil sie sich selbst nicht beherrschen können oder impulsiv sind, z. B. Kinder mit der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS), während andere emotionsbedingtes Essen als Strategie im Umgang mit negativen Gefühlen wählen.31 Ein zugrunde liegender physiologischer Faktor in Verbindung mit Stress ist die Ausschüttung des Stresshormons Kortisol, das mit einer erhöhten Energieaufnahme und der Bevorzugung von Nahrungsmitteln mit hohem Fett-, Zucker- und Salzgehalt einhergeht.22,31,32,41,42 Eine neurobiologische Erklärung ist Dopamin, ein Neurotransmitter, der eine Schlüsselrolle bei der Vermittlung des Belohnungseffekts von Essen spielt. Ein geringer Dopaminspiegel wird mit erhöhter Energieaufnahme in Verbindung gebracht.31

Genetische Veranlagung

Laut der „Hypothese der sparsamen Gene“ konnten sich im Laufe der Evolution Gene, die für einen effizienten Energiestoffwechsel in Bezug auf Fettspeicherung, wirtschaftliche Energienutzung und Appetit sorgen, durchsetzen, damit Lebenwesen in Zeiten einer Hungersnot überleben konnten.8,43 In unserer modernen Gesellschaft, in der es keinen Nahrungsmangel gibt und nur geringe körperliche Betätigung notwendig ist, könnten diese Gene zu der derzeitigen weit verbreiteten Fettleibigkeit beitragen.8,43

Es wurde viel über die Beziehung zwischen genetischer Veranlagung und BMI oder Adipositas geforscht und es wurden einige Gene identifiziert, deren Mutationen zu Phänotypen von unnormalem Essverhalten und/oder Energieverbrauch mit einem positiven ausgewogenen Energiehaushalt führen.12 Laut der Ergebnisse von Studien über mono- und dizygotische Zwillinge (deren Gene zu 100 % bzw. 50 % identisch sind) und Studien über adoptierte Zwillinge (dieselben Gene, unterschiedliches Umfeld) lässt sich das Risiko für Adipositas zu 40 % bis 70 % durch genetische Unterschiede erklären.44 Allerdings bleibt die genetisch bedingte Schwankung des BMI weitgehend ungeklärt und es gibt äußerst wenige Fälle, bei denen ein einziges Gen Adipositas verursacht.12,45

Zwar lässt sich die Prädisposition für Adipositas durch die genetische Zusammensetzung des Einzelnen erklären, es hängt jedoch von seinem Umfeld ab, ob er fettleibig wird.42

Umfeld

Sowohl das physische als auch das soziale Umfeld wirkt sich stark darauf aus, welche Wahl man in Bezug auf Gesundheit, einschließlich Körpergewicht, trifft. Das physische Umfeld beinhaltet Infrastrukturen wie Radwege, Treppen, Sportvereine und Restaurants, aber auch die Landschaft und sogar das Klima.

Ein physisches und soziales Umfeld, das ungesundes Essverhalten und wenig körperliche Betätigung bedingt, wird oft als ein „adipogenes“ Umfeld (obesogenic environment) bezeichnet.24,27 Das physische „adipogene“ Umfeld beinhaltet Elemente, die sich auf Ernährung und körperliche Betätigung beziehen. Beispiele für Ernährung sind die Verfügbarkeit von großen Portionen oder Fastfood-Restaurants mit einem geringen Angebot an gesunden Speisen. Zu den Beispielen für körperliche Betätigung zählen arbeitssparende Technologien, die zu geringerer körperlicher Betätigung führen und für ein Verhalten sorgen, das von körperlicher Inaktivität geprägt ist; aber auch, ob man in einer Gegend wohnt, die sicher genug ist, um dass man zu Fuß gehen kann, Freizeiteinrichtungen und öffentlicher Nahverkehr.22,24,46,47,48

Das Elternhaus eines Kindes ist für die Entwicklung einer gesunden Lebensweise wichtig. Kinder werden in der Kindheit durch das Verhalten ihrer Eltern beeinflusst und kopieren dies häufig.31,35 Eltern mit einer ungesunden Lebensweise tragen daher möglicherweise dazu bei, dass ihr Kind fettleibig wird. Ein niedriger sozioökonomischer Status (SES), der durch ein geringes Einkommen und einen geringen Bildungsstand der Eltern gekennzeichnet ist, ist ein hoher Risikofaktor in Bezug auf Adipositas bei Kindern.13,22,46,49,50 Es besteht eine inverse Relation zwischen der Bildung der Mutter und Fettleibigkeit bei Kindern, d. h. generell gilt, je höher der Bildungsstand der Mutter, desto geringer das Risiko, dass das Kind fettleibig wird; dies ist jedoch nicht in allen Ländern gleich.16,50,51

Mit zunehmendem Alter des Kindes spielen das häusliche Umfeld und der Einfluss der Eltern eine geringere Rolle. Stattdessen üben Gleichaltrige und außerhäusliche Faktoren einen stärkeren Einfluss aus.11,26,52,53 Das schulische Umfeld gewinnt bezüglich der Entwicklung einer gesunden bzw. ungesunden Lebensweise an Bedeutung, insbesondere die angebotene Gesundheitserziehung und die Sportprogramme sowie das Angebot an Speisen. Dies beinhaltet die Verfügbarkeit von Wasserspendern und das Angebot von Snacks in den Automaten. Außerdem scheint eine Verbindung zwischen dem BMI und den sozialen Netzwerken in der Schule zu bestehen, da Mitglieder von Cliquen ein ähnliches Verhalten an den Tag legen, wozu auch die Ernährung und die körperliche Betätigung zählen.47 Dadurch lässt sich erklären, dass die Freunde ähnlichen umfeldbezogenen Faktoren ausgesetzt sind.47

Folgen

Adipositas bei Kindern ist mit gravierenden Folgen für die körperliche und psychische Gesundheit und die Wirtschaft verbunden. Einige dieser Folgen zeigen sich gleich, andere erst im weiteren Verlauf des Lebens. Auf persönlicher Ebene haben die Kinder nicht nur mit dem Übergewicht zu kämpfen, sondern sie leiden auch unter Stigmatisierung und Mobbing. Auf gesellschaftlicher Ebene entstehen beträchtliche Kosten im Zusammenhang mit Adipositas bei Kindern und den damit verbundenen Erkrankungen.

Folgen für die Gesundheit

Kinder mit Übergewicht und Fettleibigkeit neigen dazu, auch noch als Erwachsene mit Übergewicht zu leben.54,55,56,57 Je höher der BMI und je älter sie sind, desto höher ist das Risiko, dass sie auch später noch dauerhaft mit Adipositas leben.56,58 Durch Übergewicht werden mehrere Organe und Stoffwechselprozesse beeinträchtigt, was bereits in jungen Jahren zu ernsthaften Komplikationen führen kann.8 Beispielsweise ist Adipositas bei Kindern ein Risikofaktor für die Entwicklung des metabolischen Syndroms, wobei ein höherer BMI mit einem höheren Risiko einhergeht.15 Das metabolische Syndrom beinhaltet eine Gruppe von Risikofaktoren, die eng mit der Entwicklung von Diabetes Typ 2 und kardiovaskulären Erkrankungen verbunden sind. Dazu zählen abdominale Adipositas, hohe Triglyceridwerte, niedrige HDL-Cholesterinwerte, Bluthochdruck und eine gestörte Glukosetoleranz.56,59 Das Entstehen von kardiovaskulären Erkrankungen, Herzkranzgefäßerkrankungen und Schlaganfall kann ebenfalls durch Adipositas im Kindesalter begünstigt werden.56,60

Obstruktive Schlafapnoe entsteht oftmals bei Kindern mit Adipositats, wenn das Fettgewebe am Hals auf die Luftröhre drückt und diese verengt.8,41,54,61 Kinder mi Adipositas laufen auch eher Gefahr, unter Asthma und asthmatischen Anfällen zu leiden, wobei die zugrunde liegenden Mechanismen noch nicht geklärt sind.6,8,41,54,57,58

Muskuloskelettale Probleme sind weitere gesundheitliche Folgen von Adipositas im Kindesalter.8 Übergewicht kann zur einer Belastung des muskuloskelettalen Systems führen, was Beschwerden, Schmerzen, Fehlstellungen des Skeletts, einschließlich Hüfte, Knie und Fuß, sowie verringerte Mobilität und Gleichgewicht bedingen kann.62 Während bei Erwachsenen die Knochendichte bei einer Gewichtszunahme wächst, scheint bei Kindern das Gegenteil der Fall zu sein, wenn man die Knochendichte in Relation zu Alter und Körpergröße setzt.62 Dies bedeutet, dass Kinder mit Übergewicht und Adipositas verhältnismäßig schwächere Knochen haben, was diese für Brüche anfälliger macht.62

Eine weitere Folge von Adipositas im Kindesalter ist ein vorzeitiges Einsetzen der Pubertät, was für ein Kind beunruhigend oder stressig sein kann.8,22

Folgen für die psychosoziale/mentale Gesundheit

Stigmatisierung und Diskriminierung sind psychosoziale Folgen, die mit Adipositas im Kindesalter einhergehen.52 Dies kann zu vermindertem Selbstwertgefühl, einem größeren Risiko der Entwicklung von Depressionen, Selbstvorwürfen, Scham und Hilflosigkeit, einem erhöhten Risiko der sozialen Isolierung und unzureichender Schulleistungen führen.41,47,52 Stigmatisierung wird teilweise durch die Medien hervorgerufen, wo Menschen mit Übergewicht und Adipositas ein negatives Image haben.35 Dies kann dazu führen, dass Kinder mit Fettleibigkeit gehänselt und gemobbt werden.52,63

Wirtschaftliche Folgen

Adipositas im Kindesalter geht mit bedeutenden Gesundheitskosten einher, da die damit verbundenen nicht übertragbaren Erkrankungen wie Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen zunehmen. In der Europäischen Union (EU) werden jedes Jahr rund 7 % des nationalen Gesundheitsbudgets für mit Fettleibigkeit verbundenen Erkrankungen ausgegeben.36 Allein in England gaben die Gesundheitsdienste 2014/15 geschätzte 5,1 Milliarden britische Pfund für Krankheiten aus, die mit Übergewicht und Adipositas in Verbindung gebracht wurden.64 Da der Anteil an der Bevölkerung mit Fettleibigkeit wächst, muss ein immer größerer Anteil am nationalen Gesundheitsbudget für die Prävention und Behandlung von Adipositas und damit verbundenen Gesundheitsproblemen ausgegeben werden. Die Konzentration der Präventions- und Behandlungsprogramme auf Kinder könnten daher das Entstehen von Erkrankungen, die durch Fettleibigkeit hervorgerufen werden, und die damit verbundenen Kosten vermieden werden.65

Prävention und Behandlung

Aufgrund der multifaktoriellen Entstehung von Adipositas im Kindesalter werden Prävention und Behandlung wahrscheinlich effektiver sein, wenn ein multidisziplinärer Ansatz verfolgt wird, der viele Akteure einbezieht.13,24,57,66

Prävention

Präventionsprogramme können auf das Verhalten des Einzelnen abzielen, aber im Fall von Adipositas im Kindesalter bedarf es eines breiter angelegten Ansatzes, der auch die Eltern, Betreuer, Lehrer, Entscheidungsträger, Unternehmen und die Gesellschaft an sich einbezieht.8,57 All diese Akteure können den Kindern helfen, eine gesunde Lebensweise mit gesundem Essverhalten und Aktivitäten zu entwickeln – entweder in Form einer Vorbildfunktion oder durch Angebot eines unterstützenden Umfelds.52,67 Für einen langfristigen Erfolg werden kleine Veränderungen empfohlen, die realistisch und umsetzbar sind. 

Vorschläge und Empfehlungen für Eltern/Betreuer:

  • Angemessene Portionen auftischen – verwenden Sie kleinere Teller.46
  • Vermeidung von Nahrungsmitteln zur Förderung bzw. Belohnung von gutem Verhalten oder zur Befriedigung der emotionalen Bedürfnisse von Kindern – belohnen Sie ein Kind mit Stickern oder gemeinsamem Spielen.52,68
  • Fördern Sie körperliche Betätigung.47,69
  • Ermutigen Sie Kinder, neue Lebensmittel auszuprobieren, so dass sie lernen, eine große Bandbreite an Geschmacksrichtungen zu akzeptieren und schätzen. Die Ablehnung von neuen oder bitter schmeckenden Lebensmitteln ist normal, besonders bei kleineren Kindern, aber wenn sie immer wieder angeboten werden, wächst die Akzeptanz.52
  • Kreieren Sie ein unterstützendes soziales Umfeld für das Kind, beispielsweise Familienmahlzeiten, verbieten Sie Essen vor dem Fernseher und sorgen Sie für regelmäßige (körperliche) Aktivitäten.70
  • Beteiligen Sie sich an schulischen und gemeindlichen Präventionsprogrammen.70,71,72

Da die Kinder viel Zeit in der Schule verbringen, zählt die Schule zu den wichtigen Ansprechpartnern für Präventionsprogramme. Dazu zählen Gesundheitserziehung, bessere Schulmahlzeiten, Zugang zu Trinkwasser und Sportprogramme.8,36,46,48,57,73,74,75 Aus Studien geht hervor, dass schulische Maßnahmen zur Vermeidung von Gewichtszunahme kurzfristig effektiv sind, es liegen aber keine Beweise vor, die dies auf lange Sicht bestätigen.56,75,76,77 Je länger das schulische Programm andauert, desto größer die Wirkung.75 Der wichtigste Erfolgsfaktor schulischer Präventionsprogramme ist deren einfache und kostengünstige Umsetzung.47 Es hat sich gezeigt, dass die Kombination von Ernährungs- und Sportangeboten effektiver ist als ein Angebot, das nur auf die Ernährung oder nur auf Sport abzielt.77,78,79

Vorschläge und Empfehlungen für schulische Maßnahmen:

  • Gesundes Essen fördern: Angebot von ausgewogenen Mittagessen und nahrhaften Snacks.2
  • Automaten auch mit gesunden Snacks befüllen.8
  • Zugang zu kostenlosem Trinkwasser anbieten.2
  • Bieten Sie täglich verpflichtende sportliche Betätigung.48
  • Stellen Sie Spielplätze zur Verfügung, sorgen Sie für Aktivitäten in den Pausen und Mittagspausen.73
  • Bauen Sie Gesundheitsthemen in den Unterricht ein. Bieten Sie interaktive Aktivitäten wie Kochkurse und Unterrichtsstunden zum Thema Ernährung und gesunde Nahrungsmittel an.78

EPODE (Ensemble, Prévenons L’Obesité des Enfants) ist ein Beispiel für ein Präventionsprogramm für Adipositas im Kindesalter, an dem viele Akteure beteiligt sind. EPODE begann als ein französisches Projekt, das mehrere Interessengruppen zusammenführte, u.a. die Kommunalbehörden, die Medien, Mediziner, Verbände, Familien, Lehrer, Restaurants, Catering-Firmen, die Schulen beliefern usw., um nachhaltige öffentliche/private Partnerschaften zu bilden.80,81 Aufgrund des vielversprechenden Potenzials wurde es bisher in über 500 Kommunen in sechs Ländern (Frankreich, Belgien, Spanien, Griechenland, Südaustralien und Mexiko) im Rahmen des EPODE European Network (EEN) umgesetzt.81 Das Projekt ist aufgrund seines Vier-Säulen-Systems erfolgreich: politisches Engagement, Ressourcen, Unterstützungsleistungen und wissenschaftliche Erkenntnisse.81 Zwischen 2005 und 2009 war in den am EPODE-Pilotprojekt teilnehmenden französischen Städten die Prävalenz von Kindern mit Übergewicht und Adipositas im Vergleich zu ähnlichen Kontrollstädten deutlich geringer (9,12 %).82

Staatliche und gemeindliche Maßnahmen sind für die Prävention von Adipositas im Kindesalter ebenso wichtig. Auf nationaler Ebene könnten Bestimmungen, die auf umfeldbezogene Risikofaktoren abzielen, eingeführt werden. Dazu zählen Gesetze bezüglich Essen und Sport in Schulen, Marketing und Werbung, die sich an Kinder richten, sowie die Besteuerung bestimmter Lebensmittel.13,24,27,54,57,63,73,83,84,85 Im Privatsektor werden selbstverpflichtende Maßnahmen ergriffen, beispielsweise im Bereich von Werbung und Marketing von Lebensmitteln, die sich an Kinder richten und die Änderung von Lebensmittelprodukten. Die EU-Plattform für Ernährung, körperliche Bewegung und Gesundheit ist ein Beispiel für eine europäische Initiative, deren Mitglieder sich freiwillig zu Maßnahmen verpflichten, die Adipositas und damit verbundene chronische Erkrankungen bekämpfen.

Soziale Netzwerke und Medien können genutzt werden, um Adipositas im Kindesalter zu vermeiden, da diese für die Entwicklung der Lebensweise und des Essverhaltens von Kindern eine bedeutende Rolle spielen.47 Beispielsweise könnten gesundheitsfördernde Beiträge online über die sozialen Medien veröffentlicht werden, um das Bewusstsein für gesundes Essen zu stärken und darüber zu informieren.47,63,74,86

Behandlung

Es stehen unterschiedliche Arten von (nicht)pharmakologischen Behandlungen von Übergewicht zur Verfügung, die anhand des BMI des Kindes und der potenziellen Komorbiditäten wie Bluthochdruck, Hyperlipidämie oder gestörte Glukosetoleranz ausgewählt werden.2,8,26 Das Hauptziel der Behandlungen besteht darin, Körperzusammensetzung und Gewicht zu verändern, in einem zweiten Schritt geht es dann um die Verringerung der Komplikationen in Bezug auf Adipositas.61

Nicht pharmakologische Behandlung

Therapien, die einen Einfluss auf die Lebensweise und Verhaltensänderungen nehmen, haben sich als erfolgreich erwiesen und zu deutlichen Gewichtsreduzierungen bei Kindern mit Übergewicht und Adipositas geführt.8,9,54,56,67,72,83 Lebensweise und Gewohnheiten lassen sich dauerhaft durch mehrere Techniken der Verhaltensänderung verändern.8 In der Regel wird zunächst die (zugrunde liegende) Ursache des Problems von einem qualifizierten Mediziner festgestellt, der dann die entsprechende Strategie für eine Veränderung auswählt.63 Oft wird die motivierende Gesprächsführung angewandt, die reflektiertes Zuhören, Informieren, Beraten und gemeinsame Entscheidungen und Zielsetzungen beinhaltet.8,47 Die Ziele, die sich auf Ernährung und Sport konzentrieren, müssen klar und umsetzbar sein und langsam erweitert und intensiviert werden.63,70 Erreichte Ziele müssen belohnt werden, ohne dass das Nichterreichen bestraft wird.67 Maßnahmen sind erfolgreicher, wenn sie engmaschig überwacht werden und scheinen bezüglich der Verringerung ungesunden Verhaltens effektiver als bei der Verstärkung gesunder Verhaltensweisen zu sein.9,87 Die Effektivität von Maßnahmen bei Kindern schwankt je nach Altersgruppe, Geschlecht und Gewicht.77

Für die Behandlung von Adipositas im Kindesalter sind dietische Veränderungen wichtig. Die Kalorienzufuhr darf jedoch nicht zu drastisch reduziert werden, da dies dazu führen könnte, dass die Diät nicht eingehalten wird und/oder dass Wachstum und Entwicklung aufgrund von geringerer Nährstoffzufuhr beeinträchtigt werden.2,67,87 Es wird ein reduzierter Verzehr von gezuckerten Getränken und Nahrungsmitteln mit einer hohen Energiedichte/geringem Anteil an Nährstoffen empfohlen.2,54,67 Auch ein angemessener Verzehr von pflanzlichen Nahrungsmitteln, einschließlich Vollkorngetreide, Obst und Gemüse, ist erwiesenermaßen mit einer gesunden Lebensweise und einer geringeren Menge an Körperfett verbunden.28

Maßnahmen, die nur auf die Ernährung oder die Ernährung in Kombination mit Sport abzielen, sind bezüglich der Reduzierung des BMI erfolgreicher als Maßnahmen, die sich ausschließlich auf Sport konzentrieren.8,54 Dennoch ist Sport ein wichtiger Aspekt bei der Behandlung von Adipositas im Kindesalter, da er nicht nur die Fitness und Muskelkraft steigert, sondern auch die psychische Gesundheit verbessert, indem Selbstvertrauen und Körperwahrnehmung verbessert und Stress reduziert werden.54,63,67,73 Darüber hinaus unterstützt er einen nachhaltigen Gewichtsverlust durch den gesteigerten Energieverbrauch der Muskeln.54,63,67

Es wurden vielversprechende Ergebnisse beobachtet, wenn auf die körperliche Inaktivität abgezielt und die Bildschirmzeit auf maximal 2 Stunden pro Tag reduziert wurde.8,22,54,67,77 Derartige Maßnahmen verringern die körperliche Inaktivität, was zu Gewichtsverlust und Reduzierung des Körperfetts führt.37 Es wird geraten, Fernseher und Computer aus dem Kinder-/Schlafzimmer zu verbannen.22,54

Ein Ansatz, der auf verschiedene Verhaltensweisen abzielt, wird als der beste Ansatz bei einer nicht pharmakologischen Behandlung erachtet. Ein Beispiel für einen Ansatz, der auf verschiedene Verhaltensweisen abzielt, ist „5-2-1-0“ oder „5-2-1-fast nichts“, was für Folgendes steht:

  • 5 Portionen Obst/Gemüse
  • Maximal 2 Stunden Bildschirmzeit
  • Mindestens 1 Stunde Sport
  • Eine begrenzte Menge an gezuckerten Getränken am Tag26,27

Operationen

Adipositas im Kindesalter hat sich zu einem so großen Problem entwickelt, dass nun manchmal bariatrische Chirurgie (Chirurgie zur Behandlung von Fettleibigkeit) für Jugendliche empfohlen wird.9 Chirurgie wird nur bei Kindern mit schwerer Adipositas mit schweren Komplikationen und nach einer psychologischen Untersuchung durchgeführt, da bariatrische Chirurgie lebenslange dietische Veränderungen und Änderungen der Lebensweise sowie spezielle Ernährungsanforderungen bedingt.2,8,54,88 Eine Methode der bariatrischen Chirurgie, eine Magen-Bypass-Operation, beschränkt die Nahrungsaufnahme, indem die Magengröße reduziert wird, was zu einer geringeren Aufnahme der Nahrungsinhaltsstoffe führt.89 Bei der zweiten Methode, dem Setzen eines Magenbandes, wird ein verstellbares Band um den Magen gelegt, wodurch der Magen verkleinert wird und nur eine kleinere Menge an Nahrungsmitteln verzehrt werden kann.89 Beide Methoden wurden bei älteren Kindern und Jugendlichen durchgeführt und haben zu bedeutenden Reduzierungen (>25 %) des Körpergewichts geführt.8  Allerdings zielt Chirurgie nicht auf die multifaktoriellen und teilweise unbekannten Ursachen von Adipositas ab, sondern bietet eine symptombezogene Behandlung, die das Risiko für durch Fettleibigkeit bedingte Erkrankungen mindert. Außerdem besteht die Gefahr, dass das Kind keine freiwillige und somit gültige Zustimmung zur Chirurgie erteilt hat. Es ist unbedingt notwendig, dass die Patienten und Eltern verstehen, dass der Eingriff irreversibel ist und viele Jahre später möglicherweise zu unerwarteten negativen Folgen führen kann. Daher sind die Risiken für alle Personen unter Umständen größer als der Vorteil, der durch den Gewichtsverlust mittels bariatrischer Chirurgie erzielt wird.63

Pharmakotherapie

Pharmakotherapie, die Verwendung von Arzneimitteln, wird selten als Behandlungsmethode angewandt, und nur, wenn die angestrebte Veränderung von Verhalten und Lebensweise keine deutliche Reduzierung des BMI herbeiführt hat.8,67 Pharmakologische Behandlungen werden normalerweise bei älteren Kindern durchgeführt, die mindestens 12 Jahre alt sind, und gehen Hand in Hand mit angestrebten Änderungen der Lebensweise.8,54 Zwar lassen sich geringfügige positive Auswirkungen nachweisen, eine Pharmakotherapie ist jedoch mit mehr Beeinträchtigungen verbunden als nur eine Änderung der Lebensweise.8

Resümee

Adipositas im Kindesalter stellt weltweit eine Beeinträchtigung der Gesundheit, des seelischen Wohlbefindens und der Wirtschaft dar, so dass Prävention und Behandlung äußerst wichtig sind. Die Prävalenz scheint sich zwar in einigen Ländern zu nivellieren, sie ist aber weiterhin hoch, so dass es unbedingt notwendig ist, das Thema auf verschiedenen Ebenen anzugehen, um die Volksgesundheit zu verbessern. Da für Fettleibigkeit mehrere Faktoren verantwortlich sind, ist ein Ansatz unter Einbeziehung mehrerer Interessengruppen wichtig, um das epidemische Ausmaß zu bekämpfen.

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